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Warum du alles im Griff hast, aber dich trotzdem innerlich leer fühlst

22. Sept.
2 Min. Lesezeit

"Eigentlich geht es mir doch gut."

Diesen Satz höre ich erstaunlich oft.

Neulich saß eine Frau bei mir, die gleich zu Beginn sagte:

"Ich habe eine Familie, einen Beruf und eigentlich läuft alles. Nach außen funktioniert mein Leben. Aber innerlich fühlt es sich oft leer an. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich mich das letzte Mal wirklich leicht gefühlt habe."

Vielleicht kennst du dieses Gefühl.

Du funktionierst.

Du kümmerst dich um deine Familie, deinen Beruf und den Alltag. Du bist für andere da, hörst zu, organisierst und hältst vieles zusammen.

Nach außen wirkst du stark.

Doch wenn es einmal ruhig wird, spürst du eine Leere, die sich nur schwer beschreiben lässt.


Wenn Funktionieren zur Gewohnheit wird

Viele Frauen haben früh gelernt, ihre eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen.

Vielleicht, weil sie schon als Kind Verantwortung übernommen haben.

Vielleicht, weil sie niemandem zur Last fallen wollten.

Oder weil sie das Gefühl hatten, immer stark sein zu müssen.

Mit der Zeit wird dieses Funktionieren ganz selbstverständlich.

So selbstverständlich, dass wir oft gar nicht mehr merken, wie weit wir uns von uns selbst entfernt haben.


Der Körper vergisst nicht

Unser Körper speichert Erfahrungen.

Schöne genauso wie belastende.

Manchmal erleben wir Situationen, in denen Gefühle keinen Raum bekommen. Traurigkeit wird heruntergeschluckt. Enttäuschungen werden weggelächelt. Wut wird unterdrückt.

Wir machen weiter.

Tag für Tag.

Jahr für Jahr.

Bis der Körper irgendwann beginnt, sich bemerkbar zu machen.

Nicht immer durch Schmerzen.

Oft zeigt es sich als innere Unruhe, Erschöpfung oder das Gefühl, sich selbst nicht mehr richtig zu spüren.


"Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich möchte."

Auch diesen Satz höre ich häufig.

Wenn wir über lange Zeit hauptsächlich funktionieren, verlieren wir manchmal den Kontakt zu unseren eigenen Bedürfnissen.

Wir wissen genau, was andere brauchen.

Aber wenn uns jemand fragt:

"Und was brauchst du?"

… bleibt es oft still.

Nicht, weil die Antwort nicht existiert.

Sondern weil wir sie über viele Jahre nicht mehr gehört haben.


Es muss nicht immer einen großen Auslöser geben

Viele glauben, dass sie erst dann Hilfe suchen dürfen, wenn etwas Dramatisches passiert ist.

Doch das stimmt nicht.

Manchmal ist es einfach dieses leise Gefühl:

"So möchte ich nicht mehr weitermachen."

Und auch das darf ernst genommen werden.


Jeder Mensch trägt seine eigene Geschichte

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass hinter diesem Gefühl des Funktionierens ganz unterschiedliche Ursachen liegen können.

Bei manchen sind es belastende Erfahrungen aus der Kindheit.

Bei anderen spielen eingeschlossene Emotionen oder einschränkende Glaubenssätze eine Rolle.

Deshalb teste ich im Unterbewusstsein individuell aus, welche Themen sich zeigen.

Nicht jeder Mensch trägt dieselben Belastungen in sich.

Und genau deshalb gibt es auch keinen Weg, der für alle gleich ist.


Der erste Schritt ist oft der wichtigste

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass dich einige Zeilen berührt haben.

Dann möchte ich dir etwas mitgeben:

Du musst nicht erst zusammenbrechen, bevor du dir selbst Aufmerksamkeit schenkst.

Du darfst dir erlauben, wieder in Verbindung mit dir selbst zu kommen.

Nicht, weil etwas mit dir nicht stimmt.

Sondern weil du genauso wichtig bist wie die Menschen, für die du jeden Tag da bist.


Vielleicht ist genau heute der richtige Moment, dir selbst wieder zuzuhören.



 
 
 

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